Tipps für gelungene Fotos

Einen weißen Schweizer Schäferhund zu fotografieren, ist gar nicht mal so einfach. Zum Einem fehlt ihm jegliche Fellzeichnung. Das macht viele Aufnahmen langweilig. Zum Anderen ist der Kontrastumfang aufgrund der weißen Fellfarbe sehr groß. Dies führt oftmals zur Überbelichtung der schönen Hunde, das Foto wird unbrauchbar.

Sie brauchen auch nicht eine besonders teure Fotokamera zu besitzen. Schöne Fotos gelingen auch mit einer Kompaktkamera, wenn Sie einige Punkte beachten. Fotohandys leiden leider oft an einer langsamen Fokussierung und langer Auslöseverzögerung. Bis es da Klick gemacht hat, ist der Hund auch schon wo anders.

Motivwahl

Nikky

Unsere Nikky! Die Flanken sind wirklich so dunkel.

Da der weiße Schäferhund keine Fellzeichnung besitzt, sollten Sie versuchen ihn geschickt in Szene zu setzen. Weißer Hund auf grüner Wiese ist mal ganz nett, verkommt aber schnell zu weißer Fleck auf grünem Hintergrund. Gehen Sie doch mal in die Hocke oder noch tiefer. Dann erscheint Ihr Liebling aus einer anderen Perspektive. Und wenn dann noch etwas Himmel, Bäume oder Häuser dazukommen, wird das Bild schon interessanter. Es muss auch nicht immer der gesamte Körper des Hundes abgebildet sein. Eine Nahaufnahme des markanten Kopfes etwa oder der schönen Augen, kann ein sehr attraktives Motiv darstellen.
Sehr schön wirkt auch der Schattenwurf von Bäumen auf dem weißen Fell. Es wird dann gleich lebendiger und bekommt sozusagen eine eigene Zeichnung.
Die Hunde in Bewegung zu fotografieren, ist zwar nicht ganz einfach, dafür werden die Aufnahmen um so spannender. Voraussetzung ist allerdings ein Teleobjektiv oder eine entsprechende Einstellung an der Kompaktkamera. Versuchen Sie auch hier die Umgebung mit einzubeziehen. Ein springender Hund erscheint ohne Bezugspunkt statisch.

Die richtige Belichtung

Leider können Sie sich beim Ablichten Ihres weißen Schäferhundes nicht immer auf die automatische Belichtungssteuerung Ihrer Kamera verlassen. Oftmals wird die Umgebung korrekt belichtet und der Hund erscheint vollkommen überbelichtet. Sein schönes Fell verkommt zu einen weißen Fleck ohne jegliche Struktur.

Lichter zu Hell

zu helles Bild

Das obige Foto ist ein gutes Beispiel. Die Belichtungsautomatik der Kamera hat aus dem dunklen Hintergrund und dem hellen Hund einen Mittelwert errechnet, der das Fell des Hundes am Rücken und am Schweif, deutlich überbelichtet hat. Das verdeutlich auch das Bild auf der rechten Seite. Alles, was dort weiß erscheint, hat keine Bildinformation, das Fell dort ist als solches nicht mehr zu erkennen. Wenn Sie können, stellen Sie die Kamera auf die sogenannte "Spot Messung" um. Dann wird nur der Wert in der Mitte des Bildes zur Belichtung hinzugezogen.

Histogramm

Bild zu dunkel

Toller Tipp, werden Sie jetzt sicherlich denken, das Foto ist viel zu dunkel! Stimmt, dafür ist jetzt der Hund nicht überbelichtet. Das ist schon mal viel Wert, da Digitalkameras mit Überbelichtung nicht zurechtkommen, mit Unterbelichtung hingegen schon. Den Rest erledigen wir dann mit der Bildbearbeitung.

In fast jedem Bildbearbeitungsprogramm finden sich Regler für Gradiationskurven (einfach mal in der Hilfe nachschlagen). Das nebenstehende Bild zeigt die Helligkeitsverteilung unseres unterbelichteten Fotos. Rechts befinden sich die hellen Bereiche, links die dunkleren, die in unserem Fall deutlich überwiegen. Am unteren Rand erkennen Sie drei Pfeile, die sich verstellen lassen. Damit können Sie nachträglich die Belichtung entscheidend verändern. Der rechte Pfeil ist für die hellen Bereiche, auch Lichter gennant, zuständig. Der linke für die dunkleren, Tiefen genannt. Mit dem mittleren Pfeil verändern Sie Mitteltöne. Verschieben Sie nun den rechten Pfeil (nein, nicht hier im Bild, sondern in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm!) soweit nach links, dass er den grauen Bereich gerade so berührt. Verschieben Sie nun den mittleren Pfeil auch ein gutes Stück nach links. Und schau mal einer an, das wird ja ganz ansehnlich! Jetzt noch den linken Pfeil ein klein wenig nach rechts schieben und...

korrigiertes Histogramm

lichter korrigiert

fertiges Bild

... das Foto ist doch noch was geworden! Das Fell sieht richtig gut aus und am Schweif sind die einzelnen Haare zu erkennen. Und dennoch scheint die Sonne hindurch. Auch das Wasser scheint jetzt natürlicher zu sein, man kann förmlich den Bach plätschern hören. Auch der Blick auf das Kontrollbild unterhalb der Gradiationskurfe offenbahrt, dass es keine Überbelichtung gibt. Und achten Sie mal auf das Grün im Hintergrund. Auch dies hat Struktur bekommen und wirkt nicht mehr wie eine schwarze Wand.
Wichtig ist bei dieser Vorgehensweise, dass Sie die Regler behutsam anpassen. Manchmal reichen schon kleinste Veränderungen um das Foto zu verbessern. Gerade bei den Tiefen reicht eine kleine Veränderung, um dem Bild eine deutliche Verbesserung der Gesamtwirkung zu verpassen. Durch das Weiß der Hunde vor dem dunkleren Hintergrund entsteht so eine gelungene Aufnahme.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Foto schon bei der Aufnahme mit um 0,5 bis 1,5 Blendenstufen unterzubelichten. Dazu haben fast alle Kameras einen Knopf oder einen Menuepunkt mit der Bezeichnung Belichtungskorrektur. Oft beschriftet mit +/-. Die restliche Vorgehensweise ist dann mit dem obigen Beispiel identisch. Für welche Methode man sich entscheidet, ist auch von der Situation abhängig. Möchten Sie ihren Liebling in Bewegung fotografieren, ist die Belichtungskorrektur sicherlich besser. Alzu leicht bewegt sich Ihr Weißer aus der Bildmitte und somit aus dem Messbereich der Spotmessung heraus. Und schon haben Sie eine falsche Belichtung erhalten, das Foto wird Ihnen wahrscheinlich nicht gefallen.

Ende

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