Gesundheit
Zugegeben, das Thema ist nicht einfach. Zum Einen, weil wir medizinische Laien sind, zum Anderen, weil es nicht unbedingt auf Ihren Hund passen muss. Wir möchten diese Hinweise mehr als Erfahrungen aus unserem täglichen Umgang mit diesem Thema verstanden wissen. So sind unsere Erfahrungen z.B. mit aufgeschnittenen Pfoten konträr zu den vielen Ratschlägen die Sie im Internett finden können. Auch die Panikmache beim Thema Zecken, Würmern und Impfungen machen wir nicht mit.
Zecken
Das am meisten angefragte Thema: Was macht ihr gegen Zecken? Muß ich meinen Hund impfen? Kann ich mich überhaupt noch raus trauen? Und der Hund der Bekannten ist ja nach einem Zeckenbiss gestorben!
Vollgesaugte Zecke (Bauchansicht)
Zugegeben eine Zecke ist nicht gerade eine Schönheit aus dem Tierreich. Aber sie ist außerordentlich widerstandsfähig und sehr robust, was die mechanische Belastbarkeit angeht. Und sie ist ein Wunderwerk der Natur! Aus einer nur 0,5 mm großen Larve entsteht eine 2 - 4 mm große Zecke. Diese kann sich bis auf 30 mm Größe mit Blut vollsaugen! Das entspricht gut einer Verzehnfachung des ursprünglichen Körpermaßes und einer Verhundertfachung! des ursprünglichen Körpervolumens!!!
Leider können die Zecken auch einige Krankheiten übertragen. Dazu muß die Zecke allerdings den Erreger von einem Opfer durch das Blutsaugen vorher aufgenommen haben. Es ist also nicht so, dass die Zecke die Krankheit selbst produziert, sondern sie fungiert nur als Zwischenstation.
Mag die Zecke noch so klein sein, sie ist schwarz und ihr Hund ist weiß! Schonmal 1:0 für uns. Nach dem Spaziergang den Hund gründlich in Augenschen nehmen! Zecken haben keine Augen, sie orientieren sich mit Sensoren an ihren Gliedern, nach Temperatur und Kohlendioxyd. Sie beißen deswegen gerne in den Hals, Beinbeugen und Brust, seltener in Rücken, Bauch und Flanken. Und Achtung: nicht die Zitzen des Hundes mit einer Zecke verwechseln! Ihr Hund solte 10 Zitzen haben, fünf links und fünf rechts, wobei durchaus zwei bis vier verkümmert sein können und sehr leicht mit dem Parasiten verwechselt werden können. Und: auch Rüden haben Zitzen!
Hier der Link zum Thema bei Wikipedia:
Desweiteren sollte man wissen, dass die Zecke erst nach einigen Stunden, nachdem sie sich festgebissen hat, die Erreger an ihren Hund weitergeben kann. Und hier ist unsere Chance Nr. 2! Ruhig am Abend nochmal den Hund durchkraulen. Zecken, die im ersten Durchgang übersehen worden sind, haben jetzt schon zu saugen angefangen und sind größer geworden und damit leichter zu ertasten. 2:0 für uns!
Sie haben eine gefunden? Prima! Jetzt das Fell möglichst gut beiseite streichen und mit der Zeckenzange (Zeckenkarte, Zeckenheber, aber keine Pinzette!) das Mistvieh direkt am Hautansatz packen. Jetzt nicht ziehen, sondern wie beim Spaghettieessen die Zeckenzange drehen, mehrmals. Wenn Sie einige Haare mit erwischt haben - egal! Hauptsache Sie haben die Zecke! 3:0 für Sie! Wichtig ist, dass Sie die Beißwerkzeuge mit entfernt haben. Verbleibende Reste können zu eiternden Entzündunden führen! Und NIE von hinten auf die Zecke drücken! Damit drücken Sie ja geradezu die Erreger in ihren Hund hinein...
Die "Wunde" bitte gleich desinfizieren. Sehr gut hat sich dabei "Balistol" bzw. "Balistol-Animal" bewährt. Bitte kein Alkohol, notfalls ein Tropfen Beta-Isadona.
So, Sie haben die Zecke, was nun damit? Einfach in der Toilette runterspülen? Überlebt die locker und legt ihre 2000 Eier irgendwo ab. Also töten. Aber wie? Einige verbrennen sie im Kamin/Grill, andere erfreuen sich an Nagellackentfernern. Wir legen die Zecke auf einen Holzbock auf dem wir normalerweise Holz hacken und zerdrücken das Teil mit der Axt unter dem Gejohle unserer Hunde.
3:0 gewonnen? Mitnichten! Sie können davon ausgehen, dass Sie nicht alle Zecken auf ihrem Hund erwischt haben. Morgen vielleicht, dann ist es aber zu spät. Und beim nächsten Spaziergang kommen neue hinzu. Also doch 3:2000 verloren?
Wenn Sie nicht vorbeugend handeln - ja! Es gibt mitlerweile sehr gute Mittel, die man auf die Haut des Hundes ( Spot On Präparate) auftröpfelt. Je nach Hersteller verhindern diese das Beißen oder töten die Zecke nach dem Biß ab. Leider ist die Wirksamkeit dieser Mittel zeitlich begrenzt und hängt sehr von der Verabreichung ab. Alternativ zu den Spot On Präparaten gibt es seit einiger Zeit ein sehr gutes Halsband - Scalibor - welches ca. sechs Monate, sowohl das Beißen verhindert, als auch abtötend wirkt. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht, bessere als mit den Spot On Präparaten. Zwei Nachteile hat dieses Scalibor allerdings. Zum Einen, es ist ein zusätzliches Halsband, welches immer getragen werden muß. Optisch, wenn man es gut abschneidet, nicht weiter auffällig da weiß, verschwindet es im Fell. Des Weiteren ist der Wirkstoff für Katzen und Fischlaich giftig! Sollte also Ihre Katze oder ihre Forellen intensiven Körperkontakt mit Ihrem Hund haben, so werden Sie dieses Band nicht verwenden können. Das "Gift" belastet jedoch nicht den Organismus Ihres Hundes und verteilt sich nur über die Fettschicht der Haut.
Zecken gibt es leider mitlerweile überall. Es ist aber nicht so, dass diese sich von Bäumen herabstürzen oder gemein wie diese Krabbler nunmal sind, Sie anspringen. Vielmehr streift ihr Hund (Sie auch) diese Spinnentiere von Gräsern, Sträuchern, beim Vorbeigehen ab. Danach suchen sich diese ein gemütliches Plätzchen...
Sollte eine vollgesaugte Zecke in ihrer Wohnung abfallen und Sie diese nicht bemerken, kann sich die Brut durchaus in der Ritzen ihrer Wohnung festsetzen. Dies sollte aber in einem Haushalt mit normalem Putzverhalten dann doch die absolute Ausnahme darstellen.
Wir sind der Überzeugung, dass die Kombination von Absuchen und Halsband (Spot On) unsere Hunde wirkungsvoll schützt. Zumal Impfungen gegen die übertragenden Krankheiten nicht ( z.Z. jedenfalls) im ausreichenden Maß schützen. Des Weiteren verhindern alle Mittel gegen Zecken auch den Befall mit Flöhen, Milben, Stechmücken und anderen parasitären Hautschmarotzern.
Was das Ableben des Lieblings ihrer Bekannten angeht, können wir nicht allzu viel dazu sagen. Fest steht nur, dass viele Infektionen unbemerkt ablaufen und von den Hunden ganz gut verkraftet werden. Problematischer sind Hunde im Welpenalter sowie alte Hunde. Ebenfalls sind Hunde mit einem geschwächten Imunsystem anfällig für die übertragenen Krankheiten. Wichtig ist, dass Sie ihren Liebling genau beobachten. Starker Durst, Fieber, Apathie, Krämpfe: SOFORT IN DIE TIERKLINIK!!! Und zwar wirklich sofort, nicht erst Morgen oder nach dem Wochenende.
Würmer
Würmer erregen doch immer wieder surreale Gefühlsäußerungen bei den Hundebesitzern. Dabei ist es wirklich einfach: Ihr Hund hat Würmer! Das ist ganz natürlich und liegt in der Natur der Sache. Ihr Hund frißt Gras, jagt Mäuse. Wenn nicht, ist es kein Hund aus unserer Zucht! Und wenn nicht, er wird sich früher oder später putzen. Zumindest die Pfoten kommen immer in Kontakt mit den Wurmeiern. Das können Sie nicht im geringsten verhindern!
Wurmeier, jeglicher Couleur, werden von den Würmern überall abgelegt. In der Erde, auf Gräsern, Sträuchern, Brombeeren, Heidelbeeren, Blumen usw. Dabei legen sie eine ähnlich hohe Widerstandskraft gegen ihre Vernichtung wie die Zecken an den Tag. Sie überleben locker die Magensäure, die beim Hund um einiges stärker ist als bei uns Menschen, monatelange Trockenheit, Frost, Hitze. Dabei gibt es nicht nur Exemplare, die sich im Magen-Darmtrakt wohlfühlen, sondern auch solche, die es z.B. in der Herzkammer ganz kuschelig finden. Gerade die Herzwürmer sind durch die Klimaverschiebung eine nicht zu unterschätzende Gefahr.
Gegen Würmer können Sie nur eins machen: Entwurmen! Da gibt es auch unseres Erachtens keinerlei Diskussions. Die heutigen Entwurmungsmittel wirken hauptsächlich im Magen-Darm-Trakt und gelangen nur zu einem kleinen Teil in den Organismus des Hundes. Die Mittel werden auch nicht im Darm "gespeichert". Sie wirken ein, zwei Tage, töten dabei die Würmer sowie die aktive Brut ab. Danach werden diese mit dem übrig gebliebenen Wirkstoff vom Hund ausgeschieden, bei säugenden Hündinnen gelangt ein Teil des Wirkstoffes in die Muttermilch und wirkt so bei den Welpen für zusätzlichen Schutz. Dies bedeutet aber auch, dass Sie die Entwurmung wiederholen müssen. Bei erwachsenen Hunden alle zwei bis drei Monate, Welpen bitte einmal im Monat (sind halt kleine Staubsauger). Und bitte nicht mit Knoblauch entwurmen. Wirkt nachweislich nicht, ist für den Hund wenig bekömmlich und führt durch das enthaltene Allicin zur Anämie.
Herzwürmer werden hauptsächlich durch Stechmücken übertragen und können durchaus ihren Hund töten. Aber auch hier gilt die Regel der Prophylaxe: Unsere Empfehlung - Scalibor - Halsband. Wer nicht beißt - überträgt auch nicht!
Impfungen
Seltsam, es gibt immer noch Menschen, die Impfungen als ganz üble Sache betrachten. So, als ob Tierärze das Ganze am Leben erhalten, um genügend Einnahmen zu erziehlen. Diverse Internetforen sind voll mit Positionen für und wider eine Impfung des Hundes. Viele der dort geäußerten Argumente sind rational nicht nachzuvollziehen und zeigen doch sehr deutlich, dass dieses Thema sehr emotional besetzt ist.
Dennoch wollen wir eine deutliches "Ja" für Impfungen gegen die Krankheiten, für die es einen sehr hohen Impfschutz gibt, abgeben. So haben wir z.B. in Deutschland (offiziell) keine Tollwut mehr. Ein Erfolg, der nur durch Jahrzehnte lange Impfaktionen erreicht werden konnte. Oder, um bei uns Humanoiden zu bleiben, Kinderlähmung! War fast, jedenfalls in unseren Breiten, ausgerottet. Aber seit dem die "Impflust" in der Bevölkerung nachgelassen hat, ist diese schlimme Krankheit wieder auf dem Vormarsch.
Bitte nehmen Sie das Thema "Impfen" nicht auf die leichte Schulter. Nur weil bisher in Ihrer Umgebung nichts vorgefallen ist, können Sie sich nicht in Sicherheit wähnen. Es kommen, durch Reisen, Tierrettungsaktionen aus den elenden Quartiereren in Süd und Osteuropa, Quälzuchten und Schnäpchenkäufen aus dem Kofferaum immer wieder Krankheiten hoch, die eigendlich ausgerottet schienen. Nur – die Erreger sehen Sie dem fremden Hund nicht an – und die Hunde spielen doch so schön miteinander...
... und damit alle Beteiligten, Sie und wir als Züchter, solchen Begegnungen mit der notwendigen Gelassenheit entgegensehen können, impfen Sie bitte Ihren Hund (und wenn Sie Katzen haben, die auch), rechtzeitig gegen den ganzen Mist!
Ach ja, eine Sache sollten wir auch noch erwähnen: Sollten Sie nicht der Meinung sein, dass eine Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Tollwut sinvoll ist, werden wir Ihnen keinen Welpen verkaufen!
Nur mal so am Rande erwähnt — damit keine Missverständnisse aufkommen...
Blutende Pfoten & Ohren

Es kann immer wieder mal passieren, dass Ihr Hund sich die Pfote aufschneidet oder beim Spielen mit anderen Hunden ein Riss im Ohr davon trägt. Diese Verletzungen bluten ziehmlich stark und durch das weiße Fell sehen die Hunde auch immer furchtbar mitgenommen aus. Wichtig ist nun, dass Sie ruhig bleiben und keine überstürzten Handlungen begehen. Versuchen Sie als erstes herauszufinden, woher das Blut überhaupt kommt. Beruhigen Sie Ihren Liebling und schauen Sie sich die Wunde in Ruhe an. Hat z. B. das Ohr einen kleinen Riss, so ist das nicht weiter tragisch und verheilt ohne Narben zu hinterlassen. Ist allerdings die Kopfhaut mit betroffen oder der Riss länger, so sollten Sie die Wunde nicht weiter berühren und zum Tierarzt fahren. Versuchen Sie nicht die Wunde selbst zu reinigen, Sie machen es nur schlimmer.
Verletzungen an den Pfoten sehen ähnlich dramatisch aus. Der Hund humpelt und zieht eine Blutspur hinter sich her. Sie bleiben aber ganz Cool und schauen sich die Pfote genau an. Steckt vielleicht noch etwas in dem Ballen? Dann nehmen Sie sich zusammen und ziehen das Teil raus. Ist das Gelände, auf dem Sie sich befinden sehr Schlammig, so nehmen Sie einen sauberen Kotbeutel und stecken die verletzte Pfote hinein. Mit einer weiteren Tüte fixieren Sie ihn am Bein. Versuchen Sie nun beruhigend auf ihren Hund einzureden und festen Untergrund zu erreichen. Die Tütenkonstruktion wird nicht lange halten. Haben Sie das Schlammgebiet verlassen, nehmen Sie die Tüten ab! Lassen Sie ruhig die Wunde bluten. Dies verhindert das Dreck in die Wunde gelangt und der Tierarzt wir dies noch entsprechend säubern. Haben Sie keine Angst, dass Ihr Hund verblutet. Es ist so wie bei uns Menschen, wenn wir uns in den Finger geschnitten haben. Es sieht schlimmer aus, als es ist! Sollten Sie nicht über fundierte Kentnisse der ersten Hilfe bei Hunden verfügen, versuchen Sie bitte nicht die Wunde zu verbinden! Bis Sie den Tierarzt erreichen, könnte die Wunde sich bereits geschlossen haben und müsste dann vom Doc schmerzhaft wieder geöffnet werden.
