Erziehung
An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie mit Ihrem Liebling klar kommen. Es soll nicht entsprechende Bücher ersetzen (siehe unsere Bücherempfelung), sondern unsere Erfahrungen aus der Praxis wiedergeben.
Mein Welpe will nachts nicht schlafen
Ach! Ihrer auch nicht? Da sind Sie nicht alleine. Das haben die kleinen Kuddels so an sich, auf ihrem Weg zum erwachsenen Superhund. Beobachten Sie doch mal ihren Welpen. Sie werden feststellen, dass er tagsüber doch viel pennt. Aufwachen, spielen, fressen, toben, großes kleines Geschäft und wieder schlafen. Das wiederholt sich mehrfach am Tag. Und das will er dann natürlich nachts auch machen — warum auch nicht, muss ja nicht arbeiten gehen. Hier unsere Tipps:
- Geduld
- Geduld
- Geduld
- Spät zu essen geben (wir geben um 21:30 die letzte Malzeit)
- Was zum Knabbern/Spielen in den Schlafplatz geben
- Den Welpen neben sich schlafen lassen
- Abends ausgiebig spielen, nochmal Gassi gehen
- Immer um die gleiche Uhrzeit aufstehen und schlafen gehen
- Manchmal hilft es wenn das Schlafzimmer nicht ganz dunkel ist
- Nicht bei jedem Gewimmer sofort aufstehen
Sehr bewehrt hat sich ein umfunktioniertes Kinderlaufställchen als Welpenbettchen. Es verhindert das Ihr Knuddel nachts unbeaufsichtigt auf Erkundungstour geht und die Wohnung als Hundewiese ansieht ...
...und sollte Ihr Hündchen doch müssen, wird es schon laut genug winseln. Dann schnell rein in die Puschen, Knuddel auf den Arm und raus! Mit etwas Übung schaffen Sie das unter einer Minute.
Und Sie werden sehen, dass auch diese Zeit schnell vorbei geht und Sie bald wieder durchschlafen können. Zum Trost: Unsere Athena hat uns fast in den Wahnsinn getrieben, weil sie ein halbes Jahr brauchte! Bei Ihnen klappt es bestimmt schneller, Rudelhaltung ist halt doch etwas anderes.
Mein Welpe springt fremde Menschen an
Das ist jetzt ein gutes Beispiel für Missverständnisse zwischen Hundeverhalten und unserem. Wir sehen einen freudig erregten kleinen Hund, der auf einen zuläuft und offensichtlich spielen will. Aus Hundesicht ist dies jedoch anders zu verstehen.
Der Welpe macht damit eine Beschwichtigungsgeste! Er springt an dem Menschen hoch, weil der Menchenkopf und insbesondere unsere Lefzen (sprich Mund) nicht in Höhe des Hundes sind. Welpen stoßen nicht nur andere Hunde mit der Nase an den Lefzen an, um sich zu unterwerfen und den größeren zu beschwichtigen, sie legen dieses Verhalten auch bei uns Menschen an den Tag. Und wenn er dabei noch etwas Urin absondert, ist dies eine weitere Beschwichtigungsgeste. Mit dieser Charmoffensive möchte der Knuddel einer möglichen Beißerei aus dem Weg gehen. Gut sozialisierte Hunde verstehen dies auch und denken sich ihrenTeil, lassen aber den Welpen zufrieden. Weniger gut sozialisierte Menschen präsentieren ihnen eine Rechnung für die Reinigung der Hose...
Als Lösung könnte man empfehlen, in die Knie zu gehen, aber: den kleinen Pfoten entgegehen Sie damit trotzdem nicht.
Diese vollkommen natürliche Eigenheit der Welpen ist entwicklungsabhängig und wird sich mit fortschreitender Reife legen. Bis dahin sollten Sie Ihre Mitmenschen bitten, den Welpen nicht zu locken oder auf der Strasse zum Spielen auffordern.
Sitz! Platz! Fuß! Basics die Ihr Hund können sollte
Unserer Meinung nach braucht der Hund für den Alltag gar nicht so viele Befehle zu können. Wichtig ist in unseren Augen, dass er diese sehr gut beherrscht. Lieber einige wenige Basics, die man Tag für Tag benötigt, als ein Haufen unsinniger Befehle, die dann auch nicht richtig sitzen. So wird z. B. bei der Vorbereitung zur Begleithundeprüfung verlangt, dass der Hund 15 Min. ohne sich zu rühren abseits liegen bleibt. Abseits liegen mag Ihr Hund sowieso nicht und wo kommt dies denn im täglichen Miteinander vor? Wichtiger ist doch, dass Sie in einem Lokal mit Ihrem Hund nicht durch nervöses Bellen auffallen. Oder, dass Sie mit Ihrem Hund ohne weiteres eine Menschenmenge durchqueren können. Oder dass der Hund zuverlässig zurückkommt. Oder, oder, oder...
Zurück! — Das wichtigste Komando überhaupt. Üben wir täglich mehrfach und mit unseren jungen Hunden bis es uns und dem Hund zum Halse raushängt. Aber dieser Befehl muß sitzen! Ersetzt das unselige Nein! und gibt uns damit die Möglichkeit den Hund auf positive Weise zu konditionieren. Zurück! bedeutet:
Brich augenblicklich alles, was du machst oder vorhast ab und komme so schnell du laufen kannst zu deinen Steuerzahlern zurück. Ohne Wenn und Aber!
Egal ob Ihr Hund gerade etwas Unappetitliches fressen will, Vögeln hinterjagen, oder den unverschämten Terrier auf der andern Straßenseite vermöbeln will, auf ein Zurück! hat er sofort zu Ihnen zu kommen! Das Beherrschen dieses Befehls kann sein Leben entscheidend verlängern, insbesondere, wenn Ihr Liebling ohne Leine läuft. Und wenn er zurück gekommen ist, gleich ein Leckerchen geben und ausgiebig loben!
Steh! — oder Halt! Stop! Stoi! Arret! Egal wie Sie es nennen, Hauptsache Ihr Hund bleibt augenblicklich stehen, alle vier Pfoten berühren den Boden und verharren dort bis Sie etwas anderes sagen. Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen...
Hier! — Ähnlich wie Fuß! nur viel freier. Wir klopfen dabei mit der Hand, entweder links oder rechts, auf unseren Schenkel um den Hunden anzuzeigen auf welcher Seite wir sie gerne hätten. Dabei müssen sie nicht sklavisch auf unserer Höhe laufen. Ein Meter vor oder hinter uns ist vollkommen in Ordnung. Sehr hilfreich beim Fahradfahren, Joggen etc.
Sitz! & Platz! — Lernen unsere Welpen als erstes. Erst Sitz dann Platz. Sie bekommen auch nur dann eine Belohnung wenn sie Sitz machen. Für das Platz führen wir ein Leckerli dem sitzendem Welpen vor die Nase und führen es weiter Richtung Boden, dann direkt über dem Boden nach vorne ziehen, bis der Welpe liegt. Liegt der Welpe, bekommt er das Leckerli zwischen die ausgestreckten Pfoten gelegt. Immer wieder, bis es ohne ein vorheriges Sitz! klappt. Wir haben Platz! noch erweitert: Hundeplatz!
Hundeplatz! bedeutet soviel wie: leg dich auf deine Hundedecke und nerv nicht. In Gaststätten bedeutet es, legt dich unter den Tisch, Bank, und entspann dich. Dann gibt es auch wieder ein Leckerli zur Belohnung.

